Teutoburger Wald (Nordrhein-Westfalen) 1 - 3

DER HAUCH DER GESCHICHTE
- Denkwürdiges und Sehenswürdiges in Ostwestfalen

Der Teutoburger Wald ist ein Gebirgszug in Ostwestfalen mit – wie Touristiker sagen – hohem Freizeitwert. Ideal etwa zum Wandern und zum Radfahren. Aber die meisten denken beim Stichwort Teutoburger Wald sicher zuallererst an die nach ihm benannte Schlacht im Jahre 9 nach Christus. Laut dem römischen Geschichtsschreiber Tacitus soll sie "zwischen Ems und Lippe, nicht weit vom Teutoburger Wald" getobt haben. Wo genau, ist bis heute unbekannt. Den Sieg jedenfalls der Germanen gegen die Römer nannte der Historiker und Nobelpreisträger Theodor Mommsen einen "Wendepunkt der Weltgeschichte". Und wer weiß? Vielleicht würden wir heute keine germanische, sondern eine romanische Sprache sprechen, wenn die Schlacht damals einen anderen Verlauf genommen hätte.
Das Hermannsdenkmal bei Detmold erinnert an das welthistorische Gemetzel. Aber auch an anderen Orten in der Urlaubsregion Teutoburger Wald – wie den Externsteinen oder der Wewelsburg – spürt der Besucher den Hauch der Geschichte.

Reportagen (Radio SWR4 RP, 02.06.2019):

Teutoburger Wald 1

ÜBERRAGEND: EIN GERMANISCHER HELD
- das Hermannsdenkmal bei Detmold

53 Meter hoch ist es vom Sockel bis zur Schwertspitze und damit weithin sichtbar. Das Hermannsdenkmal ragt von der Grotenburg, einer Bergkuppe im Lipper Land, über den Teutoburger Wald hinaus. Es entstand im 19. Jahrhundert, in einer Epoche wachsenden deutschen Nationalbewusstseins. Bei seiner Fertigstellung 1875 war es das größte Denkmal der westlichen Welt. Allein die Statue des germanischen Helden misst gut 26 Meter und ist heute immer noch die größte in ganz Deutschland. Sie besteht aus Kupferplatten, die von abertausend Nieten und Schrauben zusammengehalten werden. Die Statue stellt Hermann den Cherusker dar (auch "Arminius" genannt), der vor gut zweitausend Jahren die Römer besiegte und für immer aus dem nördlichen Germanien vertrieb. Ausgrabungen legen zwar nahe, dass das ...

Teutoburger Wald 2

FASZINIEREND: EINE BIZARRE FELSFORMATION
- die Externsteine bei Horn-Bad Meinberg

Nur wenige Kilometer südöstlich des Hermannsdenkmals hat die Natur ein Denkmal erschaffen, das ebenfalls in Deutschland seinesgleichen sucht. Die Rede ist von den Externsteinen bei Horn-Bad Meinberg. Quasi zu Füßen des Barnacken, des mit 446 m höchsten Gipfels im Teutoburger Wald, erhebt sich eine bizarre Sandsteinformation. Sie ist vor Jahrmillionen durch tektonische Plattenverschiebung entstanden; Regen, Wind und Gletschereis taten ein Übriges, um den Felsen ihre heutige Gestalt zu verleihen. Manche Besucher glauben, dass den Externsteinen magische Kräfte innewohnen. Zumindest haben sie eine magische Anziehungskraft, denn ähnlich wie zum Hermannsdenkmal kommen auch hier Jahr für Jahr hunderttausende Besucher. Und denen wird Faszinierendes geboten ...

Teutoburger Wald 3

BEWEGEND: EIN DÜSTERES KAPITEL
- die Wewelsburg bei Büren

Die Wewelsburg ist eine von nur ganz wenigen Dreiecksburgen in Deutschland (und mit Sicherheit die schönste). Sie liegt zwar am äußersten Rand der Urlaubsregion Teutoburger Wald, im gleichnamigen Ortsteil von Büren, südwestlich von Paderborn. Aber ihre Geschichte ist zu bewegend, um sie an dieser Stelle außen vor zu lassen. Vor allem ihr düsterstes Kapitel: In der Zeit des Nationalsozialismus sollte auf der Burg nämlich ein ideologisches Zentrum von Hitlers sogenannter Schutzstaffel, der SS, entstehen. Erst die Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg setzte den hochtrabenden Plänen ein Ende. Die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg beleuchtet die dunkle Vergangenheit. Ein Besuch lässt erahnen, wie es damals war und wie es noch hätte werden können ...

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