Bulgarien 1 - 4


GEMISCHTE BALKANPLATTE
- für jeden Geschmack was dabei

Das Balkangebirge zieht sich quer durchs Land, von West nach Ost. Es bildet quasi das Rückgrat Bulgariens. Mehrere Gipfel ragen mehr als 2.000 m in die Höhe. Die von der Ausdehnung her kleineren Gebirge Rila und Pirin kratzen sogar an der 3.000er Marke. Berge bestimmen das Landschaftsbild in Bulgarien. Aber mindestens ebenso wichtig für den Tourismus sind die weiten Strände an der Schwarzmeerküste. In dem dünn besiedelten Land kommen Naturliebhaber auf ihre Kosten, die lange und abwechslungsreiche Geschichte Bulgariens mit ihren reichen Kunstschätzen wird Kulturbeflissene begeistern. Dazu kommt die deftige Küche, die vor allem für Fleischesser viele leckere Spezialitäten bereit hält, aber auch die Vegetarier nicht vergisst. Ein bunter Mix – wie eine gemischte Balkanplatte eben. Da ist für jeden Geschmack was dabei. Und das alles zu teilweise unfassbar günstigen Preisen. Am besten selber ausprobieren!

Reportagen (Radio SWR4 RP, 18.09.2022):

Bulgarien 1

DIE WEISE ALTE DAME
- zu Besuch in der Hauptstadt Sofia

Rund 20 Meter hoch ragt sie in den Himmel über dem Stadtzentrum – die moderne Statue der Sophia, Schutzpatronin und Symbolfigur der Weisheit. Denn sophia ist das altgriechische Wort für Weisheit. Und weil es hier seit der Spätantike eine Kirche der Heiligen Sophia gibt, wurde sie namensgebend für die bulgarische Hauptstadt.
Sofia ist eine der ältesten Städte Europas. Schon vor rund 4.000 Jahren wurde sie vom antiken Volk der Thraker gegründet. Später übernahmen Römer die Herrschaft. Im Zuge der Völkerwanderung kam das Volk der Bulgaren aus Vorderasien und gründete ein erstes Großreich, das später von den Byzantinern unterworfen wurde. Auf sie folgte ein zweites bulgarisches Reich, ehe die Osmanen die gesamte Balkanhalbinsel unter ihren Einfluss brachten und bis zu den Befreiungskriegen Ende des 19. Jahrhunderts beherrschten. Alle Epochen haben mehr oder weniger deutliche Spuren hinterlassen. Bei einem Rundgang durch das heutige Sofia kann man tief eintauchen in die Jahrtausende alte Geschichte. Und starten wollen wir ganz am Anfang:

Titelfoto: Statue der (Heiligen) Sophia in Sofia

Bulgarien 2

EIN GEBIRGSZUG FÜR EISENBAHN-ROMANTIKER
- mit der Schmalspurbahn durch die Rhodopen

Die bulgarischen Hochgebirge alpinen Charakters wurden eingangs schon erwähnt, aber es gibt auch dem Schwarzwald ähnliche Mittelgebirge wie die Rhodopen. Sie ziehen sich durch weite Teile des Südwestens von Bulgarien. Ihre höchsten Gipfel messen "nur" gut 2.000 m. Aber immerhin.
Es ist eine abgelegene Gegend, kaum Straßen führen durch den bewaldeten Gebirgszug. Dafür gibt es eine Eisenbahnlinie – genauer gesagt: eine Schmalspurbahn – die ihn durchquert. Von der Ortschaft Septemwri an der Hauptstrecke zwischen Sofia und Plowdiw bis nach Dobrinischte am Fuße des Pirin-Gebirges. Erbaut wurde sie zwischen 1924 und 1946, um einen Transportweg für die Holzindustrie zu schaffen. Für viele kleine Dörfer an der Strecke wurde sie zur ...

Titelfoto: Schmalspurbahn in den Rhodopen

Bulgarien 3

EINE STUFE NÄHER AM HIMMEL
- zu Besuch im Höhenkloster von Rila

Die Alexander-Newski-Kathedrale gilt als Top-Attraktion von Sofia, das Rila-Kloster im gleichnamigen Gebirge als Top-Attraktion von ganz Bulgarien. Viele sagen sogar, dafür allein lohne sich schon die weite Anreise. Wegen seiner einmaligen Lage, seiner einmaligen Architektur und seiner unvergleichlichen Fresken – außen wie innen. Das Kloster wurde im 10. Jahrhundert von dem orthodoxen Heiligen Ioan Rilski gegründet, einem Einsiedler und Wundertäter. In den besten Zeiten lebten mehrere hundert Mönche innerhalb der festungsartigen Mauern. Heute sind es gerade mal noch sechs. Dafür kommen täglich Pilger und Touristen in großer Zahl. Denn hier, in knapp 1.150 m Höhe, können sie sich eine Stufe näher am Himmel fühlen.

Titelfoto: Rila-Kloster

Bulgarien 4

DIE LUST AUF MEER
- Badespaß am Goldstrand bei Warna

Wenn es um Kulturschätze geht, braucht sich die Hafenstadt Warna am Schwarzen Meer hinter der Hauptstadt Sofia nicht zu verstecken. Die Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale beispielsweise war die größte des Landes bis zum Bau der Alexander-Newski-Kathedrale. Die bei Ausgrabungen in Warna entdeckte Therme des altrömischen Odessos ist besser erhalten als die Überreste des antiken Serdica in Sofia. Und wenn die Hauptstadt mit einem rund viertausend Jahre alten Goldschatz der Thraker punkten kann, so setzt Warna mit einem etwa achttausend Jahre alten Goldschatz eines unbekannten prähistorischen Volkes noch einen oben drauf. Das allein wären gute Gründe, um der drittgrößten Stadt Bulgariens einen Besuch abzustatten. Doch die allermeisten der zahlreichen Touristen treibt die Lust auf Meer ...

 

__________________________________________________

Hier geht's zurück zum Start.