Singapur

"EXTREME POOLING" UND MEHR
- zu Gast im Marina Bay Sands Hotel

In Singapur schlägt das Herz Südostasiens. Der Stadtstaat auf einer kleinen Insel zwischen Malaysia und Indonesien hat sich zu dem Wirtschafts- und Finanzstandort der Region entwickelt. Eine Phalanx von gläsernen Türmen ragt in den schwülen Tropenhimmel hinein. Gebaut wird an allen Ecken und Enden. Architekten aus aller Welt wetteifern um immer gewagtere Konstruktionen. Sinnbild dafür ist das 2010 eingeweihte Marina Bay Sands Hotel. Sein Erbauer, der Israeli Moshe Safdie, hat sich ein Kartenhaus zum Vorbild genommen, drei knapp 200 Meter hohe Wolkenkratzer nebeneinander platziert und die Drillingstürme auf geniale Weise miteinander verbunden – durch eine gemeinsame Dachterrasse in der Form eines überdimensionalen Surfbretts. Der Clou aber ist ein 146 Meter langer Swimmingpool mit Panoramablick auf ganz Singapur. Nicht zuletzt deshalb gilt Marina Bay Sands als Meilenstein moderner Hotelarchitektur und wurde zu einem neuen Wahrzeichen der Millionenmetropole. Dabei lädt die Fünf-Sterne-Herberge nicht nur zum "extreme pooling" ein, sondern auch zum "extreme dining", zum "extreme shopping" und zu vielen anderen touristischen "Extremitäten".

Reportage (Radio hr4, 15.02.2014:)

[zum Anhören klicken: Atmo-Ton Begrüßung, englisch]

Sie reden ein bisschen vernuschelt, aber höflich sind sie – das muss man ihnen lassen. Schon beim Betreten der Eingangshalle des Marina Bay Sands Hotels stockt förmlich der Atem. Sie ist so hoch, dass mancher Kirchturm hineinpassen würde. Die Lobby allein geht locker als Sehenswürdigkeit durch, und viele wollen sie sich anschauen, auch wenn sie gar nicht im Hotel wohnen. So wie diese beiden Damen aus dem Schwabenland:

[O-Töne Besucherinnen:]
"Ich find's architektonisch hoch spannend und einfach genial, wie das gelöst wurde hier, ein gemeinsamer Bereich, und dann einfach zu sehen, wie der Architekt dieses Gebäude konzipiert hat und welche Geschäfte es hier alles gibt. Also, es ist faszinierend."
"Und es ist ja auch sehr bekannt durch die Formel 1, weil die ja hier immer durchfahren zwischen den Towern und so. Es isch schon neben Raffles, find' ich, und dem Fullerton das Hotel, wo mer wenigstens mal 'n Kaffee trinken sollte."

Oder besser noch: einen Happen essen! Zum Beispiel im Restaurant "JQ". Hier, erzählt man mir stolz, verbindet Chef de cuisine Justin Quek auf raffinierte Weise französische und asiatische Küche miteinander: Foie gras Xiao Long Bao etwa – das sind mit Gänseleber gefüllte Teigtaschen. Oder Ceviché of Hokkaido scallops – marinierte Jakobsmuscheln und dazu eine Trüffel-Vinaigrette. Da läuft einem doch das Wasser im Mund zusammen.

Eingangshalle
Speisekarte im "JQ"
Künstlicher Wasserfall

Restaurants für jeden Geschmack gibt's nicht nur im Hotel selbst, sondern auch in der hauseigenen Shopping Mall zu seinen Füßen. Es ist das größte Einkaufsparadies in Singapur – und das will etwas heißen in einer Stadt, die den Konsum zum Abgott erhoben hat. Neben Edel-Boutiquen, Spielcasino und Musical-Theater glänzt die Mall mit einem künstlichen Kanal und mit einem künstlichen Wasserfall!

[Atmo: Wasserfall in der Shopping Mall]

Doch während Mall und Restaurants jedem offen stehen, ist die wohl größte Attraktion, der Pool auf der Dachterrasse, für Hotelgäste reserviert.

In schwindelnder Höhe kann man vom Beckenrand aus die gesamte Skyline von Singapur überblicken. Bei der Eröffnung, erfahre ich, stand US-Popstar Katy Perry mitten im Wasser, und alle Journalisten mussten ihr folgen ins erfrischende Nass. Aber das war wohl kein allzu großes Opfer, meinen diese "Extreme pooler" aus Bayern:

Shopping Mall
Infinity-Pool mit Aussicht
Marina Bay Sands Hotel bei Nacht

[zum Anhören klicken: O-Töne Touristen]

"Ich denke mal, dass es von jedem ein Wunschtraum ist, hier mal in dem Pool runterzuschauen auf die Stadt, und das ist ein Supererlebnis."
"Des ist ein unwahrscheinliches Gefühl. Also um das neue Wort 'geil' zu verwenden, ist es einfach geil."
"Nur geil."
"Wenn man da heroben steht und schaut in die Ferne, des is a Traum."

Tja, ein Traum wird es für die Allermeisten leider auch bleiben. Denn bei Zimmerpreisen weit jenseits der 300-Euro-Marke ist das Marina Bay Sands natürlich alles andere als ein Schnäppchen-Hotel. Aber einmal im Leben sollte man sich was gönnen können. Wozu hat man eine Kreditkarte?

[zum Anhören klicken: Atmo-Ton Verabschiedung, englisch]

 

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