Hunsrück (Rheinland-Pfalz) 1 - 4

DIE HEIMAT DES RÄUBERHAUPTMANNS
- auf den Schinderhannes-Radwegen vom Soonwald an die Mosel

In den Wäldern des Hunsrücks trieb er sein Unwesen: Deutschlands wohl berühmtester Räuberhauptmann – Johannes Bückler, genannt "Der Schinderhannes". Auch gut 200 Jahre nach seinem Tod ist er im Hunsrück noch allgegenwärtig. Zwar dehnte der Schinderhannes seine Beutezüge zeitweise bis in den Taunus und den Odenwald aus, aber vor allem hier im Dreieck zwischen Rhein, Nahe und Mosel hat er geraubt, erpresst und (wohl auch) gemordet, hier hielt er sich versteckt und von hier ist er nach Festnahmen immer wieder getürmt.
Wer die Heimat des Räuberhauptmanns kennen lernen will, kann dies auch per Fahrrad: auf dem Schinderhannes-Radweg von Simmern nach Emmelshausen und auf den beiden Anschluss-Touren, dem Schinderhannes-Soonwald-Radweg im Süden sowie dem Schinderhannes-Untermosel-Radweg im Norden. Insgesamt sind sie 74 Kilometer lang und in zwei bis drei Tagen bequem zu bewältigen. Dabei begegnet man nicht nur dem Schinderhannes, sondern lernt auch andere Facetten dieser abwechslungsreichen Mittelgebirgslandschaft kennen. – Und vor Räubern brauchen sich Reisende im Allgemeinen heute nicht mehr zu fürchten ...

Reportagen (Radio hr4, 09.08.2008; rbb-INFOradio, 30.08.2008):

Hunsrück 1

SCHINDERHANNES-SOONWALD-RADWEG
- von Gemünden nach Simmern

Der Soonwald ist sozusagen die Fortsetzung des Taunus auf der linken Rheinseite. Noch heute sind weite Teile dieses Hunsrück-Randgebirges von tiefen Wäldern bedeckt. Hier haben sich der Schinderhannes und seine Kumpane nach ihren Raubzügen besonders gerne versteckt. Ganz im Westen des Soonwalds liegt die kleine Stadt Gemünden. Hoch oben auf dem Berg thront ihr malerisches Schloss, unten im Tal beginnt der Schinderhannes- Soonwald-Radweg. Er führt über Mengerschied, Tiefenbach und Riesweiler bis nach Simmern. Dabei gilt es zwar manchen Anstieg zu bewältigen, doch weil die gesamte Strecke nur 16 Kilometer lang ist, bleibt Zeit und Kondition für den einen oder anderen Abstecher. Schließlich hat sich auch der Schinderhannes nicht an vorgeschriebene Routen gehalten, sondern durchstreifte den Hunsrück so, wie es ...

Hunsrück 2

SIE NANNTEN IHN SCHINDERHANNES
- ein Räuber zwischen Mythos und Wahrheit

"Ich habe den Tod verdient, aber mindestens zehn von diesen sind unschuldig." – Mit der Bitte um Gnade für seine Spießgesellen verabschiedete sich der Räuberhauptmann Johannes Bückler von der Welt, dann sauste das Fallbeil nieder. Am 21. November 1803 wurde der Schinderhannes in Mainz öffentlich enthauptet. Zwanzigtausend Menschen wohnten dem makabren Schauspiel bei. Schon damals war er ein Volksheld, unmittelbar nach seiner Hinrichtung begann die Legendenbildung. Dichter verklärten ihn zum romantischen Abenteurer, zum kühnen Rebellen gegen die französische Besatzungsmacht – eine Art deutscher Robin Hood, der den Reichen nahm und den Armen gab. Entscheidend mitgeprägt hat dieses Image der Kinoklassiker aus den 1950er Jahren mit Curd Jürgens in der Hauptrolle. Die ...

Hunsrück 3

DER SCHINDERHANNES-RADWEG
- von Simmern nach Emmelshausen

Das Filetstück für Radler im Hunsrück ist der Schinderhannes-Radweg von Simmern über Kastellaun und Pfalzfeld nach Emmelshausen. Früher fuhr hier die Hunsrückbahn, die heute nur noch zwischen Emmelshausen und Boppard am Rhein verkehrt. Auf dem stillgelegten Abschnitt hat man die Schienen herausgerissen und 1999 den Radweg eröffnet. Er ist 38 Kilometer lang, verläuft ohne nennenswerte Steigungen, ist komplett asphaltiert und deshalb ideal für alle Altersklassen geeignet – von 8 bis 80. Unterwegs gibt es Rastplätze und Informationstafeln. Das alles macht den Schinderhannes- Radweg zu einem "Premium"-Radweg, einem Radweg der Luxusklasse. Dann also: Auf die Räder, fertig, los - und immer dem Räuber-Symbol folgen ...

Hunsrück 4

DER SCHINDERHANNES-UNTERMOSEL-RADWEG
- von Emmelshausen nach Burgen

In Emmelshausen könnte man, wenn man wollte, die Radtour beenden und mit der Hunsrückbahn hinunter ins Rheintal nach Boppard fahren. Ein spektakuläres Erlebnis wäre das, ist sie doch Deutschlands steilste Eisenbahnstrecke: 336 Höhenmeter überwindet sie, passiert dabei zahlreiche Tunnel und Viadukte. Doch der Schinderhannes-Untermosel-Radweg ist kaum weniger spektakulär. Am Ende der 20 Kilometer langen Strecke geht es ebenfalls steil hinab von den Hunsrückhöhen ins romantische Moseltal – herrliche Ausblicke inklusive. Wer also genügend Zeit und Kondition hat, sollte die Anschlusstour auf keinen Fall versäumen. Auch wenn sie mit dem Schinderhannes außer dem Namen nicht mehr viel zu tun hat. Hier sollen zwar ebenfalls unheimliche Gestalten die Wälder unsicher machen, doch der ...

 

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