Peloponnes (Griechenland) 1 - 4

WO DIE GÖTTER URLAUB MACHEN

Sie wohnten und thronten hoch oben auf dem Olymp im Norden Griechenlands. Aber wenn die Götter von dort herabstiegen, besuchten sie (sofern man den mythologischen Erzählungen glauben darf) immer wieder den Peloponnes. Zeus, Apollon, Athene & Co. liebten offenbar die Halbinsel im Süden, die nur durch den schmalen Isthmus von Korinth mit dem Rest des Landes verbunden ist. Kein Wunder, denn seine zauberhafte Landschaft mit schroffen Gebirgen und lieblichen Tälern voller Olivenhaine und Obstplantagen, mit ausgedehnten Stränden, einsamen Buchten und malerischen Fischerdörfern, sie hat schon etwas Göttliches. Das können Urlauber dort heute noch erleben – und vieles mehr, denn mit der Antike war die wechselvolle Geschichte des Peloponnes längst nicht zuende: Byzantiner, Venezianer und Osmanen, sie alle herrschten zeitweise über die griechische Halbinsel, hinterließen Burgen, Kirchen und Moscheen. Die Kulturen von mehr als als 3.000 Jahren ziehen am Auge des Betrachters vorbei. Kaum irgendwo sonst in Europa ist das möglich. Und den alten Göttern begegnet man auf Schritt und Tritt.

Reportagen (Radio hr4, 28.07.2007; hr-iNFO, 11.08.2007; rbb-INFOradio, 14.06.2008):

Peloponnes 1

ZU EHREN DES ZEUS
- bei den antiken Helden von Olympia

Die Götter spielten eine entscheidende Rolle im Leben der alten Griechen. Sie bestimmten das ganze Leben. Deshalb taten die Menschen alles, um ihre Götter milde zu stimmen – besonders Allvater Zeus, den Herrscher des Olymp. Ihm widmeten sie auch das Heiligtum von Olympia in der Provinz Elis, im Westen des Peloponnes. Zu Ehren des Zeus wurden die Olympischen Spiele der Antike veranstaltet. Von 776 vor Christus bis 393 nach Christus, also mehr als ein Jahrtausend lang, traten Wettkämpfer aus allen Teilen Griechenlands alle vier Jahre gegeneinander an. Die Sieger konnten sich des Wohlwollens des Göttervaters gewiss sein. Heute ist die alte Kultstätte die meistbesuchte Touristenattraktion auf dem Peloponnes. Viele der historischen Tempel und Sportstätten wurden zwar bei einem Erdbeben zerstört. Die Überreste aber wurden auch mit Hilfe deutscher Archäologen freigelegt. Bei einer Führung werden die Helden der Antike wieder lebendig - und es zeigt sich, dass es bei den Olympischen Spielen damals nicht viel anders zuging als heute.

Peloponnes 2

WANDERER, KOMMST DU NACH SPARTA
- zum höchsten Gipfel im Taygetos-Gebirge

"Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl." – So übersetzte einst Schiller die Inschrift eines Grabsteins für die spartanischen Krieger, die in der Schlacht an den Thermopylen gefallen waren. Das antike Sparta exisitiert längst nicht mehr. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Stadt wiedergegründet. Wegen ihrer Nähe zum Taygetos-Gebirge ist sie heute Zentrum für Wanderfreunde aus aller Welt. Der rührige Bergsteiger-Verband in Sparta unterhält Schutzhütten und sorgt für ausreichende Beschilderung. Deshalb stehen dem Wanderer von heute viele Wege zur Auswahl. Eine der beliebtesten Touren führt auf den Profitis Ilias, mit 2407 Metern der höchste Gipfel des Peloponnes. Der "Prophet Elias" – wie die deutsche Übersetzung lautet – thront über der südlichen ...

Peloponnes 3

DER SCHATZ DES AGAMEMNON
- auf Schliemanns Spuren in Mykene

Wer kennt sie nicht, die Tragödie von Agamemnon, dem Anführer der Griechen im Kampf um Troja? Als er nach zehn Jahren siegreich ins heimatliche Mykene zurückkehrte, wurde er von seiner Frau Klytämnestra und deren Liebhaber Ägisthos im Bade erdolcht. Seine Tochter Elektra und sein Sohn Orestes rächten den Vater, indem sie ihrerseits die Mutter und deren Geliebten töteten. Alles nur Legende aus grauer Vorzeit? Oder hat es Agamemnon und seine Sippe, die Atriden, wirklich gegeben? Heinrich Schliemann, der Amateur-Archäologe aus Mecklenburg, glaubte fest daran. Durch die sensationelle Entdeckung von Troja gestärkt, wandte er sich 1869 nach Mykene im Nordosten des Peloponnes, um seine Theorie zu beweisen. Dort, in der Provinz Argolis, feierte er seinen zweiten großen Triumph und hob einen Goldschatz ...

Peloponnes 4

DIE FROMMEN HELLENEN
- mit der Zahnradbahn zum Höhlenkloster

Schon die alten Hellenen waren fromme Leute und verehrten ihre antiken Götter. Aber auch nach Einführung des Christentums durch den byzantinischen Kaiser Theodosius übernahmen sie bald den neuen Glauben mit ebensolcher Frömmigkeit. Selbst in kleinsten peloponnesischen Dörfern findet man heute prachtvolle griechisch-orthodoxe Kirchen im byzantinischen Stil; die Religion ist tief verwurzelt im Leben der Bewohner. Auch in zahlreichen Klöstern beten noch immer Mönche zu Gott und der Heiligen Jungfrau. Eines der ältesten und bekanntesten ist das Kloster Mega Spileo in der nördlichen Provinz Achäa. Es wurde um 840 in eine Höhle hineingebaut, hoch oben in den Bergen. Dort suchten die Mönche Abgeschiedenheit und Schutz. Seit mehr als 100 Jahren führt eine Zahnradbahn vom Küstenort ...

 

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