Friaul (Italien) 1 - 2

DIE UNBEKANNTE SCHÖNHEIT IM NORDOSTEN ITALIENS

Kaum einer kennt sie in Deutschland – und auch in Italien selbst galt sie lange Zeit als vergessene Region an der Peripherie: Friaul-Julisch Venetien liegt im Dreiländereck Italien-Österreich-Slowenien, zwischen den Karnischen Alpen im Norden und der Adriaküste im Süden. Hier hat sich noch eine eigene Sprache, das Friulanische, erhalten. Sie ist eng mit dem Räto-Romanischen in der Schweiz verwandt. Nach der EU hat auch Italien Friulanisch inzwischen als eigenständige Sprache anerkannt und unter Schutz gestellt. Es wird sogar in den Schulen gelehrt. Daneben gibt es in den jeweiligen grenznahen Gebieten auch deutsche und slowenische Sprachinseln.
Doch nicht nur kulturell, auch touristisch hat Friaul viel zu bieten. In den Bergen kann man im Winter Ski laufen, im Sommer Radsport betreiben oder wandern. Die Strände an der Küste laden zum Baden ein, auch die alte Hafenstadt Triest ist immer einen Besuch wert. Dennoch findet der Massentourismus nach wie vor woanders statt und das wirkt sich günstig auf die Preise aus. Wer mit dem kleinen Geldbeutel unterwegs ist und ein etwas anderes Italien entdecken will, der ist in Friaul-Julisch Venetien genau an der richtigen Adresse.

Reportagen (Radio hr4, 28.02.2009; rbb-INFOradio, 02.04.2009):

Friaul 1

AUTHENTISCHE DÖRFER
- vom Touristen zum Bürger auf Zeit

Friaul war immer eine arme Region. Vor allem in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg verließen die Bewohner zu Tausenden ihre Bergdörfer und suchten Arbeit in Mailand, Turin oder Rom. Ganze Landstriche drohten auszubluten und zu veröden. Um diese Entwicklung zu stoppen, haben sich jetzt mehrere Gemeinden zum Verband der borghi autentici, der authentischen Dörfer, zusammengeschlossen. Sie wollen den Tourismus fördern, indem sie neue Wege beschreiten. Kern ihrer Philosophie ist, dass die ganze Gemeinde zum Gastgeber wird. Statt neue Hotels zu bauen, renovieren sie leer stehende Häuser und wandeln sie in moderne Ferienwohnungen um. Bei diesen dezentralen alberghi diffusi gibt es in jeder Gemeinde nur eine zentrale Rezeption. Doch für besondere Fragen und Anliegen ist darüber hinaus der so genannte ...

Friaul 2

KULINARISCHER STREIFZUG
- vom Räucherschinken zum Apfelstrudel

Die grenznahe Lage zu Österreich und Slowenien hat in Friaul auch die regionale Küche stark beeinflusst. In den Badeorten an der Adria beherrschen zwar – wie im übrigen Italien – Pizza und Pasta die Speisekarten, im Bergland aber haben sich ganz eigenständige Gerichte mit landestypischen Zutaten erhalten. Besonders die lange Zugehörigkeit Friauls zur k.u.k.-Monarchie Österreich-Ungarn hat ihre Spuren hinterlassen. Die Liste reicht vom geräucherten Schinken als Vorspeise bis zum Apfelstrudel als Dessert. Und sogar beim Wein setzt Friaul eigene Akzente. Die meistangebaute Rebsorte ist der Tocai, ein fruchtiger Weißwein, der allerdings seit 2007 nach EU-Recht nicht mehr so bezeichnet werden darf. Die Ungarn haben wegen der Verwechslungsgefahr den Namen für sich reklamiert. Seither ...

 

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