Venezuela 4

BLAUE LAGUNE
- Badespaß und Naturerlebnis am Karibik-Strand

Zu einem richtigen Urlaub gehören natürlich auch Sonne und Meer. Und von beidem hat Venezuela reichlich zu bieten. Mit einer Küstenlinie von rund 3.000 Kilometern grenzt das Land im Norden an die Karibische See. Da gibt es felsige Steilküsten, einsame Buchten und feine Sandstrände, geradezu ideal für die klassischen Badeferien. Dennoch ist Massentourismus kaum verbreitet. Statt großer Hotelburgen findet man meist landestypische "posadas" mit drei bis vier Zimmern, oder urige Hütten mit Dächern aus Palmwedeln. So wie an der Lagune von Tacarigua, etwa drei Autostunden östlich der Hauptstadt Caracas. Ein Geheimtipp für alle, die Sonne und Meer lieben, aber auch die Natur. Dort können Karibik-Träume wahr werden.

Reportage (Radio hr-iNFO, 11.04.2006):

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

[Atmo: Merengue-Musik]

Heiße Merengue-Rythmen im Ohr, ein kühler Drink in der Hand. So lässt es sich leben. Nur eine Handvoll Leute am Strand. Kein morgendlicher Kampf um die Liegestühle. Einfach nur relaxen. Entspannung pur. Das tut gut, vor allem nach einer zwar hochinteressanten, aber manchmal doch recht strapaziösen Rundreise. Schon die Vorfreude auf die Karibik war groß. Und jetzt sind wir endlich hier an unserer Blauen Lagune angekommen. Da könnte man doch eigentlich rundum zufrieden sein. Oder?

[O-Töne Touristen:]
"Sonne, Strand, Meer, Caipirinhas und 20 Kilometer langer Sandstrand, also das ist schon so Postkartenmotiv."
"Dieser Strand, da fehlt nur noch dieser schöne weiße Sand wie in Mexiko, dann wär' das optimal."
"Das Wasser hab' ich mir, ehrlich gesagt, etwas blauer vorgestellt, aber es ist schon sehr schön hier."
"Unter Karibik-Traum stell' ich mir so die Bounty-Insel vor, aber es kommt der Sache schon recht nah".

[Atmo: Merengue-Musik]

Vielleicht gibt es schönere Strände in der Karibik. Aber die Laguna de Tacarigua hat ja noch andere Qualitäten. Hinter der schmalen Landzunge mit dem kilometerlangen Sandstrand liegt ein Naturschutzgebiet mit schier endlosen Mangrovenwäldern. Ein Refugium für viele bedrohte Tierarten.

Badespaß
Mangroven
Ibis-Schwarm

[O-Ton Oliver Schmitz:]
"Zwischen diesen Mangroven leben natürlich sehr viele Krebse, Kleinkrebse, was wiederum das Ökosystem in Gang hält. Es sind sehr, sehr viele Fische drin, was wiederum zur Folge hat, dass wir auch sehr viele Wasservögel haben. Wir haben sogar Flamingos hinten drin, wir haben auch die Spitzkrokodile noch 'ne größere Menge hier, die sonst eben fast ausgestorben sind an den meisten Küsten in der Karibik. Und das macht das eben so interessant, diese Vielfalt an Tieren in dieser Küstenregion hier."

Eine ganz besondere Attraktion sind die Roten Ibisse. Das Gefieder dieser kleinen Störche ist knallrot gefärbt. Angeblich durch die Krebse, von denen sie sich ernähren. Zu Tausenden nisten sie in den Mangroven der Lagune. Bei einer Bootstour kann man beobachten, wie ganze Schwärme in der Abenddämmerung zu ihren Schlafbäumen fliegen. Ein einzigartiges Naturschauspiel. Aber eben nur was für stille Genießer. Wer Remmi-Demmi will, ist woanders besser aufgehoben. Olli Schmitz empfiehlt in diesem Fall die Isla de Margarita, Venezuelas Urlaubsklassiker.

[O-Ton Oliver Schmitz:]
"Margarita ist das Hauptziel, auch für die Venezolaner. Da stellt man sich mit dem Auto auf den Strand, lässt die Türen auf, wird voll beschallt und trinkt seinen Whiskey dazu. Das ist wirklich, was Venezolaner erleben wollen. Oder zum Beispiel in der Nähe von Caracas, so zweieinhalb Stunden mit dem Auto, da ist Choroní und Puerto Colombia, das ist 'n altes kleines Kolonialstädtchen mit 'nem Hafen. Und da unten am Strand ist auch 'ne Menge Leben, wo auch mehrere Rucksacktouristen immer hinkommen."

Aber wir brauchen kein Remmi-Demmi. Die Abgeschiedenheit der Laguna de Tacarigua ist uns doch irgendwie lieber. Okay, der Sand könnte vielleicht ein bisschen weißer und das Wasser ein bisschen blauer sein. Aber bei einem kühlen Drink und heißer Musik lässt es sich wunderbar aushalten!

[Atmo: Merengue-Musik]

 

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Hier geht's weiter nach Caracas und zur Reportage Venezuela 5.