Kentucky 3

MAKER'S MARK
- die Wiege des Bourbon

In der einen Hand das Schießeisen, in der anderen ein Glas Bourbon – so kennt man die Cowboys im Western-Saloon. Auch die Ewings auf der Southfork Ranch ertränken ihre Sorgen gerne in einem Gläschen Bourbon. So unterschiedlich die Personen und das Ambiente – der Whiskey kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit in beiden Fällen aus Kentucky. Denn dort wird der meiste Bourbon hergestellt. Einige Destillerien blicken auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurück und lassen sich gerne bei der Arbeit zuschauen. So wie die Maker’s Mark Distillery in der Nähe von Louisville. Sie ist laut Guinness-Buch der Rekorde die älteste Bourbon-Brennerei der Welt.

Reportage (Radio hr3, 12.10.2003):

[Musik: "Blue Moon Of Kentucky" von Bill Monroe & The Bluegrass Band]

Wenn der Tag geht und der blaue Mond über Kentucky aufzieht, dann kann man sich ruhig mal einen Bourbon genehmigen. Oder auch zwei oder drei. So sieht das jedenfalls David Pickerell von Maker's Mark. Am besten mit Freunden gemütlich vor dem Kamin. Ob mit Soda oder gemixt als "Manhattan" – da habe jeder so seine eigenen Vorlieben, erlaubt sei, was gefällt.

[O-Ton David Pickerell:]
"The way I like it ...
Ich mag ihn am liebsten pur mit zwei, drei Eiswürfeln. Oder geschüttelt mit Eis und dann pur getrunken. So bleibt er kalt und kriegt nur ein ganz klein wenig Wasser ab, um den vollen Geschmack zu entfalten.
... to open up the taste."

Die Herstellung von Whiskey ist natürlich eine Wissenschaft für sich. Maker's Mark macht aus seinem Erfolgsrezept kein Geheimnis: gerösteter Mais, gemalzte Gerste und – als besondere Zutat – roter Winterweizen statt Roggen. Das ergibt angeblich einen milderen Geschmack. Ebenso wichtig für das Aroma: immer wieder frisches Holz für die Fässer und die nötige Geduld:

[O-Ton David Pickerell:]
"Our maturation will take …
Unsere Reifezeit beträgt im Schnitt etwa sechs Jahre. Aber das ist unterschiedlich, denn ein heißer Sommer und ein kalter Winter lassen den Whiskey schneller reifen als ein kühler Sommer und ein milder Winter. Wir variieren das Alter immer ein wenig, um den Temperaturschwankungen Rechnung zu tragen.
... the seasonal variances."

Maker's Mark Distillery
Manager David Pickerell
Bourbon wird in netter Form verpackt

Maker’s Mark steht im Guinness-Buch der Rekorde als älteste noch bestehende Bourbon-Destille der Welt. Vor fast 200 Jahren wurde sie gegründet. Bei Besuchern steht sie hoch im Kurs. Sechs Führungen täglich sind notwendig, um den Ansturm zu bewältigen. Die Leute wollen natürlich vor allem Hochprozentiges verkosten, aber sie kommen auch wegen der parkähnlichen Idylle:

[O-Ton David Pickerell:]
"The site is designed ...
Die Anlage ist konstruiert wie ein viktorianisches Dorf. So wie es hier am Ende des amerikanischen Bürgerkriegs ausgesehen hat. Und darüberhinaus haben wir ein Arboretum mit heimischen Baumarten, das sich unsere Besucher ebenfalls anschauen können.
... native setting as well."

Kurioserweise liegt die Maker's Mark Distillery in einem so genannten "dry county". Hier ist der Handel mit Alkohol streng verboten. Ausgerechnet in Kentucky, wo der meiste Bourbon produziert wird, gibt es viele dieser trockenen Landkreise. Die Lobby der Alkoholgegner ist mächtig:

[O-Ton David Pickerell:]
"Half of the people ...
Die Hälfte der Leute, die Kentucky trocken halten wollen, führt dafür religiöse Gründe an, denn Kentucky ist traditionell ein tief religiöses Land. Die andere Gruppe, die versucht, es trocken zu halten, sind die Alkohol-Schmuggler und die 'moonshiners’, die Schwarzbrenner. Die sehen im legalen Alkoholhandel eine Konkurrenz. Und so tun sich in Kentucky die Schmuggler und die Schwarzbrenner mit den religiösen Leuten zusammen, um zu verhindern, dass der Alkoholhandel in vielen 'counties’ freigegeben wird.
... in many of the counties."

Zum Glück ist das Trinken noch nicht verboten. Und so kann sich David Pickerell ruhig mal einen genehmigen. Spätestens wenn der Tag geht und der blaue Mond über Kentucky aufzieht...

[Musik: "Blue Moon Of Kentucky"]

 

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