Kentucky 1

LEXINGTON
- das Zentrum der schnellen Pferde

Alles Glück der Erde liegt bekanntlich auf dem Rücken der Pferde. Das gilt besonders für das Blue Grass Country, die Gegend rund um Lexington, Kentucky. Hier gibt es an die 500 Gestüte, in denen Vollblüter gezüchtet werden. Saftige grüne Wiesen und weiße Weidezäune aus Holz bestimmen die Szenerie. Hier grasen die Derby-Sieger von morgen. Lexington selbst nennt sich stolz "The Horse Capital Of The World", die Welthauptstadt der Pferde.

Reportage (Radio hr3, 12.10.2003):

[zum Anhören klicken: Atmo Pferderennbahn]

Zweimal im Jahr steht ganz Lexington Kopf. Dann pilgern mehr als 25.000 Galoppsport-Fans zum Keeneland Race Track. Die Herren im feinen Zwirn, die Damen mit breitkrempigem Hut. Unter den Gästen jede Menge Promis. Sogar die Queen war schon hier. Keeneland ist die eleganteste Rennbahn der USA, sozusagen die amerikanische Antwort auf Ascot.

[O-Ton Pressesprecherin Keeneland:]
"At Keeneland one of the things ...
In Keeneland ist ein Rennwochenende ebenso sehr ein gesellschaftliches Ereignis wie ein sportliches. Die Rennen finden ja nur zweimal im Jahr statt – im April und im Oktober. Und da ist das dann eben ein ganz besonderer Event. Die Leute machen sich zurecht, sie sind aufgeregt. Für die meisten ist dies wahrscheinlich das einzige Pferderennen im Jahr, das sie besuchen.
... of the races all year."

Aber auch zwischen den Renntagen ist Keeneland ein Magnet für Liebhaber edler Rosse.

[Atmo: galoppierendes Pferd]

Hier kann man den Jockeys beim Training zuschauen, einen Plausch mit den Stallburschen halten oder – wenn man Glück hat – eine Auktion beobachten.

[zum Anhören klicken: Atmo Pferdeauktion in Keeneland

Dabei geht es um viel Geld. Das bisher teuerste Pferd in Keeneland wechselte für gut 13 Millionen Dollar den Besitzer, als gefragter Zuchthengst aber hat es diese Summe locker wieder eingespielt.

Keeneland Race Track
Kentucky Horse Park
Wallach "John Henry"

[O-Ton Pressesprecherin Keeneland:]
"The flipside to that …
Die Kehrseite der Medaille ist: Der zweithöchste Preis, der bei einer Vollblüter-Auktion hier in Keeneland erzielt wurde, war 10 Millionen Dollar. Dieser Hengst aber ist auf den Rennbahnen meistens hinterher gelaufen und auch als Samenspender brachte er nicht viel zustande. Seine 10 Millionen war er auf keinen Fall wert. Und das zeigt, dass dieses ganze Geschäft ein reines Glücksspiel ist.
… a gamble in this business."

Die Siegertypen in diesem Spiel zeigt Lexingtons Kentucky Horse Park. Das ist eine Art Mega-Gestüt zum Anfassen mit Ruhmeshalle der lebenden Legenden auf vier Hufen.

[zum Anhören klicken: Atmo Ankündigung "John Henry"]

So zum Beispiel der mittlerweile greise "John Henry" - mit 6,5 Millionen Dollar Siegprämien einer der erfolgreichsten Galopper des 20. Jahrhunderts. Für Sam Ruben, seinen Besitzer, war er ein echtes Schnäppchen, zumindest im Nachhinein. Und dabei hatte dieser Mann von Pferden keinen blassen "Schimmel":

[O-Ton Pressesprecherin Keeneland:]
"When Sam purchased him ...
Als Sam ihn kaufte, fragten ihn die Leute, ob er verrückt sei, 25.000 Dollar für einen dreijährigen Wallach auszugeben. 'Wieso?', fragte Sam zurück. Und: 'Welche Farbe hat eigentlich ein Wallach?'
… what color is a gelding?"

[zum Anhören klicken: Geräusch wieherndes Pferd]

 

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