Die Großen Seen 3


ELCHTEST
- der Van Riper State Park in Michigan

Die nördlichen Regionen um die Großen Seen sind wesentlich dünner besiedelt als die südlichen. Dort gibt es noch Natur pur: viele Wälder und noch mehr Wasser. Denn die fünf Großen Seen sind von Tausenden von kleineren und kleinsten umgeben. Ideale Lebensbedingungen für die mächtigen amerikanischen Elche. Im Van Riper State Park auf der Oberen Halbinsel von Michigan sollen an die tausend Stück leben. "Moose watching" – Elchbeobachtung – ist deshalb dort eine beliebte Freizeitbeschäftigung.

Titelfoto: Van Riper State Park

Reportage (Radio hr3, 21.04.2002):

[Geräusch: Elchruf + Vogelstimmen]

Die Elchattrappe vor dem "Moose Café" zeigt es uns an: Hier sind wir offenbar goldrichtig. Noch nie haben wir einen Elch in freier Wildbahn gesehen. Und das wollen wir ändern. Im angrenzenden Van Riper State Park haben sie vor Jahren etwa 300 Elche neu angesiedelt. Inzwischen sollen es an die tausend sein.

[O-Ton Doug Barry:]
"We don't have a lot of deer ...
Hier gibt's nicht viele Hirsche, erklärt uns der Ranger Doug Barry. Und die Umgebung ist ideal für Elche. Wir haben hier viele Sümpfe, und sie ernähren sich im Sommer besonders gern von Wasserpflanzen. Deswegen fühlen sie sich hier wohl.
... they tend to like it here."

Der amerikanische Elch ist fast so groß wie ein Pferd und hat das Gewicht eines Kleinwagens. Doug ist genauso fasziniert wie wir. Wenn er von Elchen erzählt, gerät er ins Schwärmen:

[O-Ton Doug Barry:]
"They are so big ...
Sie sind so groß. Und sie wirken so majestätisch. Besonders ihr Gang. Sowas hab' ich noch nie gesehen. Es ist für mich wie der Inbegriff der Wildnis, wenn man so ein Tier sieht.
... see an animal like this."

Elche lieben aufgestaute Bäche
Auch am Abend wenig Glück
Bärenspuren am Wegesrand

Wir können es kaum noch erwarten. Denn bisher ist kein einziger Elch aufgetaucht. Aber Doug marschiert mit uns unbeirrt weiter durch den Wald. Er kennt angeblich die Stellen, wo sich die Könige der Wildnis am liebsten aufhalten.

[O-Ton Doug Barry:]
"This is a really good spot ...
Hier ist eine sehr gute Stelle. An diesem Bachlauf hat ein Biber seinen Damm gebaut. Dadurch wird das Wasser aufgestaut und es entsteht ein kleiner Teich. Da wachsen dann wieder viele Wasserpflanzen. Das zieht die Elche an. Man kann also sagen, der Biber ist dem Elch ein guter Freund.
... a friend to the moose."

Uns allerdings scheint weder der Biber noch der Elch ein guter Freund zu sein. Der Ranger meint, das liegt wohl an der Hitze. Sie mögen die Sonne nicht. Und er rät uns, gegen Abend wiederzukommen. Aber auch da haben wir kein Glück. Stattdessen kommt ein Waldarbeiter vorbei und erzählt, er habe in vier Jahren erst zwei Elche gesehen. Na, toll! Wir geben trotzdem nicht auf und versuchen es am nächsten Morgen noch mal. Wieder vergeblich. Stattdessen begegnet uns ein Bär. Immerhin. Aber der Elchtest ist misslungen. Als Erinnerungsfoto bleibt uns nur die Attrappe vor dem "Moose Café".

[Geräusch: Elchruf]

 

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Hier geht's in die Unterwelt Chicagos und zur Reportage Die Großen Seen 4.