Drakensberge 1

TIERISCHE BEGEGNUNGEN
- die Gefahren der afrikanischen Wildnis

Halt, bevor es wirklich losgeht, ist noch eine Frage zu klären: Wie sieht es eigentlich mit wilden Tieren aus? Haben die vielen Mahner und Warner daheim in Deutschland wirklich Recht, wenn sie davon ausgehen, dass Wanderer in Südafrika fette Beute (zwar nicht von Drachen, aber) von hungrigen Löwen werden können? Klar, bei einer Safari im wildreichen Krüger-Nationalpark, da ist man im Jeep unterwegs und wird von den Raubkatzen kaum wahrgenommen. In den Drakensbergen jedoch – zu Fuß und in offenem Gelände? Was ist, wenn sie einem dort begegnen? Dann ist man gefährlichen Bestien doch schutzlos ausgeliefert. Oder etwa nicht?

Reportage (Radio hr4, 13.10.2012):

[Musik: "In the jungle, the mighty jungle, the lion sleeps tonight" von The Tokens]

Der vielleicht bekannteste Pop-Song aus Südafrika vermittelt ein falsches Bild. Im Dschungel halten sich Löwen normalerweise gar nicht auf, denn sie sind typische Savannentiere. Auch im Hochgebirge kommen Löwen nicht vor. In den Drakensbergen gibt es vereinzelt Leoparden, aber die sind nachtaktiv und laufen Wanderern ebenfalls kaum über den Weg. Aufgefressen wurde jedenfalls noch keiner. Also, bitte keine Angst vor großen Tieren!

[O-Töne Wanderer:]
"Ich hab' viel in den letzten Tagen vorher drüber gelesen, und da waren dann sehr, sehr viele Warnungen, und ich nehm' einfach an, die Warnungen werden zum Teil gemacht, damit man keine Verantwortung oder keine Haftung übernehmen muss."
"Ich hab' eher Angst vor den Spinnen als vor den großen wilden Tieren, aber zum Glück ist das hier auch relativ wenig. Bis jetzt ist noch nichts Schlimmes passiert und hat auch noch nichts in meinem Zimmer gekrabbelt."

Außer scheuen Antilopen gibt es in den Drakensbergen kein Großwild. Und auch vor ganz kleinen Tierchen muss man sich anderswo viel eher fürchten, meint unser deutschstämmiger Guide Thomas Harms:

Löwe liebt die Savanne
Gefressen wurde noch kein Wanderer
Krabbeltiere an Autobahnraststätte

[O-Ton Thomas Harms:]
"Südafrika hat ja Malaria-Gebiete, aber in den Bergen ist keine Malaria-Gefahr. Es gibt schon Zecken in den Bergen, davor müsste man sich schon in Acht nehmen. Das Gute ist aber, dass die Zecken hier in Südafrika zwar schon das Zeckenfieber übertragen, aber das ist längst nicht so schlimm wie die Borresliose in Deutschland."

Trotzdem gibt es auch in den Drakensbergen Tiere, denen Wanderer besser nicht zu nahe kommen sollten.

[zum Anhören klicken: O-Ton Thomas Harms:]

"Schlangen könnten einem schon auf den Wegen begegnen, aber wenn man sich vernünftig verhält und einfach guckt, wo man hin tritt, dann werden die meisten Schlangen einen schon meiden. Es gibt die einen oder andern, die sich tarnen, indem sie ruhig liegen bleiben – die Puffottern und Bergottern zum Beispiel. Aber wenn man einfach einen Bogen um die macht, dann lassen die einen auch in Frieden."

Südafrika-Guide Thomas Harms
Paviane sind größte Gefahr
Picknick im Royal Natal N.P.

Im südafrikanischen Winter, wenn es in den Bergen zumindest nachts frostig kalt werden kann, ziehen sich die Schlangen eh meist in ihre Erdlöcher zurück. Die wohl gefährlichsten Tiere sind deshalb welche, von denen es kaum einer erwartet, nämlich Paviane! Die vermeintlich so putzigen Äffchen können schon mal kräftig zubeißen. Deshalb gilt die Devise: niemals eines schönen Fotos wegen ködern – etwa mit dem Proviant aus dem Rucksack:

[O-Ton Thomas Harms:]
"Dann werden die eben nur zutraulich und erwarten, dass sie was bekommen und randalieren dann so auf Picknickplätzen und können eben auch aggressiv werden. Das kann dann leider auch schlechte Folgen haben. Daher sollte man Paviane eben meiden und auf keinen Fall füttern. Das ist nämlich streng verboten."

Alos, einfach an die Regeln halten. Dann kann man sich als Wanderer auf tierische Begegnungen freuen und braucht sich nicht zu fürchten.

[Musik: "Hush, my darling, don't fear, my darling, the lion sleeps tonight…"]

 

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Asyl für Raubkatzen
- das Ann van Dyk Cheetah Centre

Bis auf ein paar Leoparden sind in den Drakensbergen keine Raubkatzen heimisch. Anderswo in Südafrika allerdings schon. Zum Beispiel im Krüger Nationalpark und in privaten so genannten Game Parks. Gerade die schlanken und blitzschnellen Geparde gehören zu den faszinierendsten Tieren der afrikanischen Wildnis. Wer sie aus nächster Nähe beobachten will, hat beste Gelegenheit dazu im "Ann van Dyk Cheetah Centre". Es liegt bei dem Ort Hartbeespoort Dam, ca. eine Autostunde nördlich von Johannesburg. Die Gründerin des Zentrums hat sich zum Ziel gesetzt diese bedrohte Tierart zu schützen. Besucher können ausgewählte Katzen vom Jeep aus in einem Freigehege beobachten oder miterleben, wie die Geparde gefüttert werden – dies allerdings hinter einem sicheren Zaun. Auf jeden Fall ist das Cheetah Centre auch eine gute Gelegenheit aus kürzester Distanz Fotos zu schießen und Videos zu drehen, wie sie in freier Wildbahn ohne Spezialausrüstung kaum möglich sind.
Hier eine Kostprobe:

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Video:
Hungrige Geparde im Ann van Dyk Cheetal Centre

 

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Hier geht's weiter zum "Amphitheater" und der Reportage Drakensberge 2.