Madeira 3


NAH AM WASSER MARSCHIERT
- Madeira für Wanderfreunde

Madeira bietet also eine Fülle von sportlichen Aktivitäten – zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Ein Klassiker ist und bleibt aber das traditionelle Wandern. Besonders entlang der sogenannten Levadas. Das sind Bewässerungskanäle, die teilweise schon vor Jahrhunderten angelegt wurden und die gesamte Insel durchziehen. Auf einer geschätzten Länge von mehr als 2.000 Kilometer. Da gibt es viel zu entdecken. Also, Wanderstiefel geschnürt und nichts wie los!

Titelfoto: Wandern entlang der Levadas

Reportage (Radio hr3, 12.01.2003):

[Atmo: Fließender Bach]

Leise plätschert das Wasser der Levada do Furado talwärts. Ein angenehmes, ungemein beruhigendes Geräusch, das uns den ganzen Tag begleitet.

[Atmo: Wanderer]

Die Wanderung führt durch immergrüne Lorbeerwälder hoch oben im Bergland der Insel. Der Verlauf der steinernen Wasserrinne weist uns den Weg. Trotzdem sind wir froh, dass Christa Dornfeld mit dabei ist. Die Österreicherin hat einen Wanderführer über Madeira geschrieben; sie kennt hier jeden Pfad und weiß alles über die Levadas:

[O-Ton Christa Dornfeld:]
"Die Levadas haben früher dazu gedient, die Südseite der Insel zu bewässern, die in den Sommermonaten sehr sehr trocken ist, und erfahrungsgemäß ist die Nordseite die feuchtere und regenreichere."

Die Bananenplantagen an der Südküste wären ohne das Bewässerungssystem nicht denkbar. Schon im 15. Jahrhundert wurden die ersten Levadas angelegt und das Netz bis in die jüngste Vergangenheit hinein ständig weiter ausgedehnt. Dabei haben die Baumeister auch an Fußwege für das Wartungspersonal gedacht. Die verlaufen parallel zu den Kanälen und sind geradezu ideal für uns Wanderer.

[O-Ton Christa Dornfeld:]
"Die Levadas werden vollkommen eben entlang der Hänge geleitet, führen in tiefe Schluchten hinein, sie sind nicht anstrengend zu gehen und führen uns in wunderbare Natur."

Christa Dornfeld (weiße Hose)
Bananenstaude
Auch Inselüberschreitungen möglich

Auch nach Jahren auf der Insel gerät Christa immer noch in Verzückung, wenn sie am Wegrand typische Tiere oder Pflanzen entdeckt. Zum Beispiel winzige Eidechsen oder riesige Baumfarne. Dabei sollte der Blick nicht allzu oft vom Wege abschweifen; er kann ziemlich glitschig, manchmal sogar brüchig sein. Und viele Levadas führen direkt am Abgrund entlang. Da ist Vorsicht geboten, denn es sind schon einige Unfälle passiert.

(O-Ton Christa Dornfeld:)
"Gott sei Dank, bei meinen Wanderungen noch nie. Ich danke jeden Abend dafür, dass alles immer gut abläuft. Wenn man einigermaßen vorsichtig und umsichtig unterwegs ist, dann, würd' ich sagen, dann kann man fast jede Tour machen."

Unsere Tour dauert etwa drei Stunden – gerade richtig zum Eingewöhnen. Andere sind den ganzen Tag unterwegs – oder sogar noch länger. Für echte Wanderburschen und -mädels ist Madeira eine Insel der unbegrenzten Möglichkeiten.

(O-Ton Christa Dornfeld:)
"Und zwar machen sehr viele Leute, auch vor allem sehr junge Wanderer, Inselüberschreitungen, das heißt, sie beginnen im Osten der Insel, suchen sich immer wieder zwischendurch Plätze, wo man teilweise eventuell auch im Freien mal übernachten könnte, und die machen dann Inselüberschreitungen praktisch von Ost nach West, und somit trifft man immer wieder auch sehr junge Leute, die das in Angriff nehmen."

Naja, zu dieser Art von "Extreme-Wandering" fehlt uns diesmal nicht nur die Ausdauer, sondern auch der Ehrgeiz. Vielleicht beim nächsten Urlaub auf Madeira. Denn soviel steht fest: wieder kommen werden wir auf jeden Fall.

 

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